Fidelis von Sigmaringen   

Weit gereist, im Einsatz für die Armen (Seewis GR)

Ort

Seewis

Gedenktag

24. April

Leben / Legende

 

Seewis wird heute das «Narzissendorf im Prättigau» genannt. Im beschaulichen Dorf erlitt im 17. Jahrhundert ein süddeutscher Ordensmann das Martyrium:

 

Ein Gespräch mit dem Heiligen Fidelis:

 

Heiliger Fidelis, Advokat der Armen oder Herr Rey, wie dürfen wir Sie anreden?

«Marcus Rey ist mein bürgerlicher Name.  Als dieser habe ich in Freiburg Philosophie und Rechtswissenschaften studiert, bin durch Frankreich und Spanien gereist, bis ich mich dann in der Bodensee-Region für die Armen engagierte. Da wurde mir quasi ganz ungefragt der Titel «Advokat der Armen» verpasst. Zu Fidelis wurde ich erst 1612, als ich in den Kapuzinerorden eintrat.»

Aber auch als Ordensmensch kamen Sie für die damalige Zeit weit herum!

«Wenn Sie meinen! Sesshaft bin ich nicht gerade gewesen. Zunächst half ich bei der Klostergründung in Biberach mit, dann wikrte ich als Prediger in Altdorf, im vorarlbergerischen Bludenz und Kientzheim und wurde dann zum Guardian in Rheinfelden und Feldkirch ernannt.»

Aber es ging noch weiter – Sie engagierten sich auch im Bündnerland.

«In Feldkirch enstanden die ersten Kontakte mit dem Bündnerland. Dort ging es gerade ziemlich turbulent zu – die konfessionellen Auseinandersetzungen uferten nicht selten in Handgreiflichkeiten aus! Als dann viele zum reformierten Glauben wechselten, besuchte ich sämtliche Kirchen im Prättigau und versuchte, die Leute von der Richtigkeit des katholischen Glaubens zu überzeugen. Tatsächlich klappte das bei manchen, aber nicht alle waren begeistert von mir.»

Nicht begeistert? Das ist jetzt aber schon etwas harmlos formuliert!

«Sie spielen auf dieses tragische Ereignis am 24. April in Seewis an? Ja, an diesem Tag habe ich es mit einer Sorte übler Menschen zu tun bekommen. Nach einem Gottesdienst in Seewis haben mir aufständische Bauern aufgelauert. Sie wollten mich zwingen, von meinem Glauben abzuschwören. Ich habe mich natürlich geweigert!»

 

Fidelis wurde erstochen. Er wurde neben der Kirchenmauer in Seewis beerdigt. Aus seinem Grab soll eine wundersame Blume gewachsen sein. Später wurde der Leib übertragen und in Chur beigesetzt.

Sehenswürdigkeiten